Der Herr Gevatter
Zusammenfassung des Märchens
Ein armer Mann hat so viele Kinder, dass er niemanden mehr als Taufpaten (Gevatter) findet. Im Traum erhält er den Rat, die erste Person vor dem Stadttor zu bitten. Er begegnet einem Fremden, der ihm eine Flasche heilkräftiges Wasser schenkt: Steht der Tod am Kopf eines Kranken, hilft das Wasser; steht er am Fuß, ist der Patient verloren. Der Mann wird als reicher Arzt berühmt, beschließt jedoch eines Tages, seinen Gevatter zu besuchen. Doch in dessen Haus erwarten ihn unheimliche und bizarre Erscheinungen, bis er dem wahren Gesicht des Gevatters gegenübersteht.
Hintergrund & Geschichte
Der Herr Gevatter (KHM 42) wurde von den Brüdern Grimm ab der ersten Auflage (1812) in ihre Sammlung aufgenommen. Die Erzählung stammt von Amalie Hassenpflug. Sie teilt wesentliche Motive mit dem berühmteren Märchen „Der Gevatter Tod“ (KHM 44), wirkt in ihrer surrealen Darstellung des Hauses mit lebenden Besen, Totenköpfen und sich selbst bratenden Fischen jedoch deutlich unheimlicher und dämonischer.